Sehenswürdigkeit gesehen – fast
Coromandel Town ist zwar OK, zum länger Bleiben kann es uns aber nicht überzeugen (unter anderem auch wegen den NZ-untypisch nicht sehr freundlichen Leuten im Kaff).

Den hübschen Camping verlassen und Richtung Whitianga losgefahren. Der Tip von Tomäc bez. dem weltweit schönsten Strand kam grad rechtzeitig, so dass wir den Abstecher nach Opito Bay einplanen konnten.
Opito Bay liegt am Arsch der Welt, die Strasse dorthin ist eher abenteuerlich – besonders mit der 6+ Meter Mathilda… Teerstrasse und loser åUntergrund wechseln sich ab, aber wirklich herausfordernd (für mich als Beifahrerin) macht es aber die steilen Auf und Abs in Verbindung mit engen Kurven… Zum Glück liess sich Aeschi nicht stressen und brachte uns in den sicheren Hafen: Opito Bay ist tatsächlich umwerfend schön! Elend langer, fast leerer Sandstrand, eine grosszügige Bucht, die von klein Insel umgeben und von einer grossen vor dran bewacht wird. Klares Wasser, schöne Farben grün-gelbliche Hügel, verschlafene Stimmung… Ich könnt mich dran gewöhnen und beneide den Schweizer ein wenig, der bei seinem Haus neben der grossen Neuseeland-Fahne die kleine weisses-Kreuz-auf-rotem-Grund-Fahne hängen hat.
Wir verweilen, baden (kalt!), sünnelen und geniessen ein Bier, ehe wir uns wieder auf den Weg machen. Leider ist das wilde Campen in Opito verboten – die wissen wohl schon warum.

Auf geht’s nach Whitianga, wie ursprünglich geplant. Der Ort ist ein Hotspot und mit den Sommer- und Weihnachtsferien der Kiwis führt das zu Engpässen auf jeglichen Campings und Übernachtungsmöglichkeiten. Wir kurven etwas rum und gelangen an den letzten verfügbaren Platz, an dem uns eine etwas zwielichtige Gestalt freundlich begrüsst.
Den Platz gibt er uns gern, wir installieren und prüfen, was es zu machen gibt.
Gemäss Reiseführer ist die bekannte Cathedral Cove ganz in der Nähe: Mit der Fähre kurz auf die andere Seite übersetzen und dann schlappe 18 km „mehrheitlich flach“ mit dem Velo.
Also – auf geht’s! Die Velos vom Träger nehmen, Schuhe montieren und den Helm auflegen (sonst drohen $55.- Busse) und Richtung Fähre pedalen. Unterwegs stellen wir fest, dass ein idealer Kite-Wind bläst und auch die Bucht super wäre. Allerdings ist der Strand mit Badegästen gefüllt und recht kurz, so dass wir beim Velo bleiben.
Die Fähre setzt in 5 Minuten über und die Strecke begrüsst mich mit einem ersten steilen Anstieg. Naja – soll ja nachher flach werden.
Es geht auf und ab, der Strasse entlang, auf und ab und auf und ab. Die 18 km waren wohl in Höhenmetern gemessen überleg ich mir… Dann endlich ein Abzweiger – ah, es geht nur noch 6 km.
Aeschi fragt regelmässig nach, ob’s denn noch geht – sein zweifelnder Blick macht mir keinen Mut.
Schlussendlich erreichen wir das Kaff vor der Sehenswürdigkeit – ein Touristenmagnet mit Shuttle Bus und Souveniershops. Von dort aus würd’s nochmals 1 km auf der Strasse und dann eine unbestimmte Distanz zu Fuss auf Sand gehen. Das reicht mir dann und wir kehren um – die Cathedral Cove hab ich sowieso schon mal auf einem Foto gesehen.
Zurück ist die Strecke dann nicht mehr ganz so arg und wir erreichen die Fähre locker flockig. Übersetzen und dem Aeschi mal ein Bier spendieren – weil er sich so viel Sorgen um mich gemacht hat.
Im Irischen Pub reden wir mit einer Holländerin und ihrem englischen Mann, der Barbesitzer setzt sich auch dazu. Wir trinken ein paar und radeln zurück auf den Camping, wo es verdiente Hörnli mit Gehacktem gibt. Hier setzt sich der wie erwähnt zwielichtige Camping-Manager zu uns und gibt einen Schwank aus seinem Leben preis.
Wirklich trümmlig wird’s dann erst in der Nacht, als sich einige laut anschreien, jemand heult, jemand anderes ein merkwürdiges Kommando gibt (Johnny 101?) und wir uns fragen, was das alles soll…
Heute Morgen begrüssen uns die Sonne und eine kurlige Dame, die auf ihrem mitgebrachten Rudergerät ihre Runden dreht… Wäre Walmart ein Camping, wäre es dieser hier.
Wir brechen auf und lassen den neuen Tag auf uns zukommen.