Waipunga Block
Nach einem weiteren Super-Müesli zum Zmorgen (frische Erdbeeren, Heidelbeeren, Bananen, Apfel, Joghurt und Mandeln) machen wir uns auf den Weg, den westlichen Teil des Bikeparks zu entdecken. Wir wollen früh los, da der Tag warm zu werden verspricht.
In voller Bike-Montur machen wir uns auf den Weg, der erst über Schotter- dann eine startk befahrene Teerstrasse führt. Nicht wahnsinnig ideal, aber dafür ein gut rollender Untergrund. Wir biegen von der Hauptstrasse auf eine Nebenstrasse, die uns zum obersten von 3 Eingängen in den Park bringen sollen. Der geht natürlich steil bergauf… dafür auch nur 2 Kilometer.

Wir schaffen’s endlich an den Eingang – jedenfalls gehen wir davon aus, dass es der ist. Auf der Park-Website steht, dass aufgrund geplantem, baldigem Holzschlag sämtliche Signaletik fehlt. Sehr gut – das hilft uns auf jeden Fall weiter. Wir vergleichen Karte mit Umgebung und defnieren den Eingang als denjenigen, den wir suchen. Klettern über das Gatter, hieven die Velos drüber und folgen dem mit Piniennadeln übersähten Waldboden – natürlich geht’s aufwärts.
Nach 500 Metern Waldweg scheiben wir den letzten üblen Bitz hoch und entscheiden uns für den Trail “Grand Traverse” welchen wir via die Trail “Local DH” und “Maxxis” erreichen. Der ist eigentlich ziemlich cool zum Fahren, verhältnismässig lang und es geht tatsächlich abwärts! Leider ist der Park in einem schlechten Zustand, später erfahren wir, dass seit letztem Sommer nichts mehr gemacht wurde. Das zeigt sich in zugewachsenen Wegen, Brommbeersträuchern am Rand und Sturmholz, das immer mal wieder quer über dem Trail liegt. Mir persönlich machen die Faustgrossen Pinien-Zapfen etwas mühe – sie sind saumässig blöd zum drüberfahren und liegen überall.

Ich sterb ein paar kleinere Tode und rutsche hier und fluche dort – und schon sind wir wieder am Fuss des Hügels angelangt. Dasselbe nochmeinmal – wieder 2.5 km hoch und dann eine andere Route wählen. Der Hi-Roller ist teilweise etwas schwieriger zum Fahren, geht aber auch für mich. Im Gegenssatz zum ersten Trail geht’s hier regelmässig auch hoch – und in Kombination mit dem von der vorhergehenden Nacht nass gewordenen Wald und den steigenden Temperaturen wird’s schwül und anstrengend. Wir fahren den Trail, orientieren uns neu, und versuchen, einen mehr oder weniger lustigen Ausweg aus dem Park zu finden.
Wenn die Strecken gepflegter gewesen wären, hätt’ ich den Anstieg ein weiteres Mal auf mich genommen – unter den gegebenen Bedingungen liess ich’s aber bleiben.
Wir trödeln zurück auf den Camping und waschen die ganzen Bike-Sachen – im Auto muffeln die sonst bloss vor sich hin. Etwas dösen, ein verdientes Bier und schon bald macht der Himmel wieder zu, womit es wiederum etwas fröstliger wird. Rechtzeitig zur Dämmerung zeigt sich auch das Stech-Vieh und fällt vor allem Aeschi an. Die Fiecher (Sandfliegen?) sind agressiv und die Temperaturen eher sportlich, so dass wir uns für ein Dinner drinnen entscheiden. Es gibt zwar nur Resten – immerhin sind es aber Pasta della moda da Tendu mit geriebenem Parmesan, Choblibrötli à la Aeschi und einen lokalen Rotwein. Zum Dessert warten Erdbeeren (natürlich) und ein trümmliger Camenbert für den Sous-Chef. Wir finden’s gemütlich und sind froh, dass wir in Mathilda essen können.

