Wellington und seine Biere

Die Nacht war nicht wirklich erholsam: Sobald sich der eine bewegt, schaukelt der andere automatisch mit. Wenn einer Hustet, vibriert der andere; wenn sich einer dreht, rotiert der andere mit…

Etwas grummelig starten wir in den Tag – der Baum riecht noch immer, die Wohnung ist kalt, draussen geht ein fieser Wind und es regnet.

Wir nutzen den unlimitierten Internet-Zugang und verlauern den Morgen bei Rod. Gegen Mittag Ubern wir wieder nach Wellington – ich bräucht ein neues Bikini und Aeschi ein Shirt, das eine andere Farbe als Grau hat.
Wellington hatte mir schon beim letzten Besuch nicht gefallen: Die Stadt am Ende der Nordinsel scheint ein Auffangbecken für alle zu sein, die nicht weiter kommen (ev. weil kein Kleingeld für die Fähre) und nicht zurück wollen. Es hat im Gegensatz zu anderen Städten viele Bettler, Leute, die mit sich selber reden und gewagte modische Kombinationen – das alles gespickt mit Touristen aus aller Welt.

In einem Kaffee mit Blick auf die Fussgängerzone gibt’s feines Zmorgen und starken Kaffee, mittlerweile lässt auch der Regen etwas nach. Wir schlendern durch Wellington, ich kauf mir eine Regenjacke (endlich!) und wir lädelen auch sonst ein wenig.

Zufällig kommen wir beim Quartier vorbei, in dem wir vor 3 Jahren in einem Hotel waren. Ob’s wohl die kleine, versteckte, coole Bar noch gibt? Ja – tut es! Das «Little Beer Quarter» hat noch denselben Charm, und da uns langsam die Füsse weh tun, genehmigen wir uns ein kleines Bier.
Wellington hat eine Bier-Karte herausgegeben, in der nennens-/besuchenswerte Brauereien oder Bier-Lokale eingetragen sind. Man kriegt auch einen Stempel auf die Karte, wenn man dort war… Fast wie Pfadi, einfach mit Bier.
Unabhängig davon will ich noch das «Garage Project» besuchen: 3 Typen, die in einer ehemaligen Garage Bier brauen, das eher experimentellen Charakter hat.
Die Beiz ist klein und schmal, dafür lang – und hat sogar noch ein Plätzchen für uns. Wir entscheiden uns für irgend etwas und kommen mit einem NZ-Paar ins Gespräch: Sie sind auch Christchurch und machen einen kleinen Weekend-Trip nach Wellington (keine Ahnung, warum man das machen würde…). Kurzum: Nach der 3. Runde haben wir ihre Adresse und Telefonnummer und sind herzlich eingeladen, wenn wir dort sind.

Wir Ubern zurück und wollen beim Thai um die Ecke von Rod’s Heim etwas essen – leider ist der Laden noch zu. In der Kneipe gegenüber gibt’s nur bedingt Essen – man darf aber gerne vom Burger- oder Pizza-Laden etwas mitbringen. Machen wir – und spielen dazu etliche Runden 4 Gewinnt. Gewonnen hab allerdings ganz klar ich 🙂