Wild und schön
Immer noch kühl, aber doch schon etwas freundlicher grüsst uns der Morgen.
Dan will zurück nach Queenstown und macht sich auf die Socken, ehe ich überhaupt weiss, wie ich heisse.
Aeschi und ich zmörgelen gemütlich, packen Mathilda zusammen und schlagen den Weg in Richtung den Catlins ein: Am südlichen Ende der Südinsel soll’s wilde, schöne Landschaften zum Entdecken geben.
Wir stoppen noch kurz, um unsere Vorräte aufzustocken und holpern dem Inselende entgegen. Die Landschaft ist tatsächlich wild und schön, allerdings nichts, das wir nicht schon auf der Nordinsel gesehen hätten.
Unterwegs setzt langsam Regen ein, der Himmel verdunkelt sich wieder und als wir in Curio Bay ankommen, – dem ersten «wichtigen» Halt auf dieser Route – ist’s fertig mit freundlich und trocken.
Wir diskutieren lange, was denn nun zu tun sei: Zurück wo wir herkommen, die Nacht hier verbringen oder nach Duniden weiterfahren? Nichts überzeugt so richtig. Duniden ist eher trümmlig, da waren wir vor 3 Jahren schon. Zurück ist insofern etwas unglücklich, als dass es morgen den ganzen Tag regnen soll – also übernachten wir auf dem Curio Bay Camping und damit am südlichsten Punkt unserer Reise – ja sogar unseres ganzen Lebens! Viel weiter geht’s nur noch in Argentinien – oder aber dann in der Antarktik.

Witzig an unserem heutigen Camping ist, dass die einzelnen Plätze in schilfähnlicher Umgebung eingebettet sind. Vorteil: etwas mehr Privatsphäre, Nachteil: Immer dieselbe Aussicht.
Zum Glück haben wir noch einen Film, der zusammen mit dem Weisswein den frühen Abend abrundet. Und siehe da: Die Sonne zeigt sich doch noch! Wir ziehen uns an (inkl. Regenjacke, wer weiss…) und stolpern etwas in der Gegend herum. Das Licht, die Landschaft, das Meer und die wilden Klippen ergeben wunderschöne Bilder – ich find’s genial!


Ein paar Delfine wissen nicht genau, was sie machen wollen, ein paar Surfer versuchen sich auf der Mini-Welle und ich halte Ausschau nach Pinguinen.
Später bin ich überzeugt, dass sowohl Pinguine als auch Kiwis gar nicht existieren und man diese lediglich zwecks Tourismus anpreist… Ich lass es bleiben und freue mich über das erste von Aeschi gekochte Znacht – ein gemütlicher Abend trotz ungestümer Atmosphäre draussen.