Amazing!

Die Nacht am Fluss war einwandfrei und der Morgen grüsst mit willkommener Sonne.
Wir basteln uns ein Zmorgen und Kafi, Aeschi freudnet sich mit dem französisch sprechenden Nachbarn an. Der reist für 3 Monate alleine, seine Freundin war für 3 Wochen zu Besuch da und ist ein Genfer… Immerhin kein Schweizerdeutsch oder Züridüütsch.

Die beiden plaudern und finden heraus, dass unser Tagesziel dasselbe ist. Alexanda, haben die alle gesagt. Alexandra sei unglaublich, haben die gesagt. Nicht typisch für NZ, eher für Spanien, haben sie gesagt.

Also gehen wir hin, den Welschen im Schlepptau – der hat sich nämlich nicht mehr abwimmeln lassen.

Nach Angaben des einen Bikeshops in Queenstown soll man am besten beim lokalen Bike-Händler fragen, wo “die guten Trails” sind. Offiziell geben tut’s nämlich nur den Flat Top Hill; für alles andere sind weder eine Karte noch sonstige Infos zu finden – man munkelt da nur.

Nach 3 mal hin und her in Alexandra finden wir den einzigen noch offenen Bike-Laden, der praktischerweise gleichzeitig auch noch jegliche Art von Rasenmäher verkauft. Ist ja quasi dasselbe, oder?
Der freundliche Mann gibt bereitwillig Auskunft über den Flat Top Hill und verkauft uns eine Karte für $2.- (was hier so üblich ist – zur Trail-Unterstützung). Als wir nach den guten Trails fragen, grinst er und meinte, da dürfe er uns leider keine Karte verkaufen, da es sich um privates Land handle. Natürlich dürften wir das betreten, allerdings seien wir bei den Trails auf uns alleine gestellt. Sehr gut.

Mit Tanyel (doch, der heisst so) im Nacken prüfen wir mal die offzielle, dokumentierte Variante Flat Top Hill. Der ist, wie er heisst: Ein Hügel, der oben flach ist. Ein paar Velowege sind erkennbar, das es sich um einen waldlosen, steinigen, nicht sehr hübschen Hügel handelt.

Wir werweisen, ob es denn lustig sein kann, dort hoch und dann oben auf dem Flachen rumzufahren? Und der Aufsteig der rund 300 Höhenmeter ist in praller Sonne da bereits fast Mittag… Ausserdem sind in beide Richtungen befahrbare Trails meist nur halb so lustig zum runterdüsen… Doch lieber versuchen, die anderen Trails zu finden? Ja, genau – gute Idee – so machen wir’s.

Man tuckert wieder zurück durch das Kaff, der ungefähren Richtung nach, wir fahren bergauf und kommen tatsächlich zum Schild bezüglich privatem Land uns so. Wir sind also richtig. Aber wo sind die Trails?
Weiter hoch fahren und auf der Rückseite des Hügels nochmals gucken. Ah, ja – da sind sie ja: Viele einzelne, schmale Weglein in der Stein-und-Thymian-Strauch-Wüste.

Ob das lustig ist, weiss auch niemand. Also ausprobieren.

Zu dritt fahren wir auf der breiten Schotterpiste los. Hoch gehts, um ein paar Kurven, weiter hoch… Es ist heiss und ohne Schatten – fast wie beim Flat Top Hill. Begeistern tut’s mich noch nicht.

Aeschi stoppt an einem Gatter – aha, nicht das ganze Gebiet ist zum Betreten freigegeben. Nur der linke Teil, wir müssten aber nach Rechts, um wieder zum Auto zu kommen? Verwirrung pur, wir steigen weiter auf, bis wir’s dann aufgeben. Also zurück und wahrscheinlich unerlaubterweise in die Sperrzone über den Zaun abbiegen.
Dort hat’s wenigstens ein paar Trails, die nehmen wir.

Alexandra ist etwa wie das Wallis: Viele lose, flache Steine, viel Sonne, nicht wahnsinnig steil (das Wallis ist ja flach, Anmk. Aeschi)- der einzige Unterschied scheint mir, dass es hier statt Aprikosen einfach Thymiansträucher gibt.

T wie Trail

Kurzum: Ich find’s ganz übel hier (Aeschi weniger) und frag mich, warum alle so schwärmen von hier. Das einzige, was mich begeister hat, war der Hase, der an mir vorbeigerast ist… (beim Aufstieg wohlgemerkt. Anmk. Aeschi)

Zurück zum Auto, mit Tanyel noch etwas quatschen, umziehen, Velos anschnallen und aufbrechen nach Dunedin. Dort findet morgen ein Downhill-Rennen statt, das wir uns wahrscheinlich anschauen wollen.
Da es in Dunedin bereits etwas nieselt und einmal mehr ein fieser Wind geht, überlassen wir das Kochen den anderen und bestellen Domino’s Pizza direkt zum Camper. Das klappt – ein zweites Highlight des Tages!