Noch ein bizzeli trainieren
Da morgen die Gorge auf dem Plan steht, will ich heute noch dazu nutzen, den einen oder anderen Fehler im Codgers Bike Park auszumerzen, den ich beim letzten Nelson Besuch noch gemacht habe.
Wir trödeln allerdings am morgen dermassen, dass es schon 12 30 Uhr ist, als wir endlich beim Bikepark ankommen. Die Sonne steht hoch, keine Wolke in Sicht und das Thermometer ist auch stolz… Grossartige Bedingungen für einen Aufstieg ohne Schatten.
Dennoch: Could be worse – could be raining, darum packen wir’s an. Das Hochpedalen ist äusserst mühsam, die Sonne brennt gnadenlos. Wir erreichen endlich den obersten Platz und starten für Top Dog; meiner Baustelle Nr. 1.
Die Abfahrt geht besser als beim letzten mal, wenn auch nicht einwandfrei… Weiter geht’s zu Hotbox, Problemtrail Nummer 2. Auch dort läuft’s zwar besser als auch schon, allerdings nicht ideal. Naja – immer hin, denk ich mir und lass es dann für den Tag; es ist schlicht zu heiss, um nochmals 400 Meter hoch zu Pedalen.
Wir rollen zurück zum Auto und später zu Gravity Nelson, um uns dort noch einen Insider-Tipp zu holen: Die Fahrt in die morgige Gorge ist zwar nicht besonders weit, allerdings auf Schotterweg zu bewältigen, auf der wir uns mit Tildi nur sehr langsam bewegen sollten. Aeschi hat daher die Idee, dass wir am Freitag Abend hinfahren und dort schlafen könnten. Ob das OK ist, finden wir nicht raus – daher die Locals fragen.
Die meinen, das gehe auf jeden Fall, wir sollen einfach vor dem grünen Gatter bleiben, auch falls dieses offen wäre. Wir lassen uns noch einen dicken Ersatzpneu aufschwätzen, den wir allerdings zurückbringen könnten, würden wir ihn denn nicht brauchen. Aber sicher sei sicher, denn die Gorge sei krass und scharf-steinig und es wäre schade, wenn wir wegen eines Defektes keine Spass haben würden… Hhhmm… der ganze Hype um den privaten Bikepark geht mir langsam etwas auf den Zeiger.
Wir fahren zurück zur Hira-Mansion, füttern die Hühner, duschen, packen und fahren los zur Gorge. Unterwegs halten wir noch bei der Eddyline Pizzeria und Brauerei zum Znacht, ehe wir via Richmond und Wakefield über 7 km Schotterpiste holpern. Natel-Empfang gibt’s schon lange keinen mehr, genau wie auch Wegweiser. Etwas unsicher, richtig zu sein schütteln wir weiter und kommen an einen etwas gröberen Bach. Damit haben wir nicht gerechnet… Ob wir da durchfahren können? Dürfen nicht – aber das spielt keine Rolle.
Aeschi prüft und befindet den Weg für passierbar.

Nach einiger Zeit erreichen wir dann doch das Gatter und wissen, dass wir richtig sind. Ein kleines Plätzchen am Wegrand hat’s auch für uns, die Türen haben wir schon vorher von aussen mit Insektenspray gegen die üblen Sandfliegen behandelt. Die Nacht resp. der morgige Tag kann kommen.

Aeschi will sich noch kurz vergewissern, dass wir auch die Strasse nach dem grünen Gate befahren können und verschwindet kurz. Ich mach’s uns gemütlich und finde die enorme Abgeschiedenheit von Menschen und Natelempfang ganz gut.
Als es dann ganz dunkel ist, kommen die Sterne wunderschön zur Geltung – weit und breit weder Licht noch Lärm noch Menschen – irgendwie romantisch!