Von Mythen und Legenden
Gestern Abend nach dem von-Aeschi-kredenzten-Dinner hab ich mich auf Pinguin-Jagd gemacht. In Oamaru soll’s die an allen Ecken geben, heisst es. Jedenfalls verheissen die Namen von Cafés, Bed & Breakfast und diverse Strassenschilder selbriges.
Nun, ich will mal dran glauben und zottle mit Aeschi im Schlepptau an den Pier. Dort ist’s felsig und die Brandung könnte die kleinen Tiere praktischerweise direkt ins Trockene schleudern. Vielleicht kein schlechter Ort zum Warten. Gemäss diversen Reiseführern sollen die Viecher rund eine Stunde vor Sonnenuntergang auftauchen, also gegen 20 Uhr oder so. Mir soll’s recht sein – ich steh bequem.


Um 20:45 Uhr ist’s Aeschi dann zu blöd, er glaubt nicht an die Pinguine, weil es zu viele Leute hat und die wohl eh nur in der nahen Zuchtstation (oder Touristen-Falle oder wie auch immer) an Land kommen. Er geht zurück zum Camping – ich harre der Dinge die da noch kommen mögen und wechsle meine Pinguin-Warte-Lokation noch weitere 3 Male.
Sehen tu ich ein paar langweilige Delfine und einen schönen roten Wolkenhimmel, ein paar trümmlige Touristen, einen Polizeiwagen und ein paar hundert Möven. Von Pinguinen keine Spur.

Der Wind weht mir die Gischt ins Gesicht, die Sonne ist weg (so viel zu “eine Stunde vor Sonnenuntergang”) und mich fröstelt langsam. Gut, dann können die mich halt mal, die schwarz-weissen Schnabelträger.

Enttäuscht geh ich zurück auf den Camping, helfe mit, die Weinflasche zu leeren und das Bett zu machen. Noch kurz nach draussen zum Zähneputzen und dann halt schlafen. Doch – was ist das? Auf dem Rückweg vom Gemeinschaftsbad hör ich etwas röhren. Oder nicht? Doch? Hhmm… ist wohl ein Hund oder ein anderes Tier; das Geräusch kommt von unter der einen Camping-Hütte.
Wir kuscheln uns ins warme Duvet und gucken noch etwas TV, als es draussen wieder röhrt. Offenbar Pinguine… Vielleicht? Vielleicht auch nicht – die Viecher haben mich schon zu lange zum Narren gehalten, ich steh sicher nicht wieder auf.
Oder dann halt doch. Nach weiteren 5 Minuten und wiederhohltem Röhren geb ich nach und gucke nach.
Über die Strasse vom Camping, direkt an der Mole stolpern ein paar Pinguine unter der Strassenlampe herum! Natürlich begleitet von Touristen, aber immerhin.
Ich guck den kleinen watschelden Tieren zu und will Aeschi holen – der ist mittlerweile aber auch schon wieder aufgestaden und versucht, die Kleinen in Bild festzuhalten.

Wir gucken noch ein bisschen und schauen den Pinguinen zu, ehe wir uns wieder ins Bett verkrümeln. Für’s Protokoll: Die Tiere kommen erst um 22:30 Uhr an Land, scheren sich nen Scheiss um Menschenleere und schlafen auch auf dem Campingplatz.
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