Von Mythen und Legenden

Gestern Abend nach dem von-Aeschi-kredenzten-Dinner hab ich mich auf Pinguin-Jagd gemacht. In Oamaru soll’s die an allen Ecken geben, heisst es. Jedenfalls verheissen die Namen von Cafés, Bed & Breakfast und diverse Strassenschilder selbriges.

Nun, ich will mal dran glauben und zottle mit Aeschi im Schlepptau an den Pier. Dort ist’s felsig und die Brandung könnte die kleinen Tiere praktischerweise direkt ins Trockene schleudern. Vielleicht kein schlechter Ort zum Warten. Gemäss diversen Reiseführern sollen die Viecher rund eine Stunde vor Sonnenuntergang auftauchen, also gegen 20 Uhr oder so. Mir soll’s recht sein – ich steh bequem.

Tänu bei Sonnenuntergang (auf Reiherjagd, da keine Pingus in Sicht)
Der Reiher hat’s überstanden (T auch)

Um 20:45 Uhr ist’s Aeschi dann zu blöd, er glaubt nicht an die Pinguine, weil es zu viele Leute hat und die wohl eh nur in der nahen Zuchtstation (oder Touristen-Falle oder wie auch immer) an Land kommen. Er geht zurück zum Camping – ich harre der Dinge die da noch kommen mögen und wechsle meine Pinguin-Warte-Lokation noch weitere 3 Male.

Sehen tu ich ein paar langweilige Delfine und einen schönen roten Wolkenhimmel, ein paar trümmlige Touristen, einen Polizeiwagen und ein paar hundert Möven. Von Pinguinen keine Spur.

Omaru bei Sonnenuntergang

Der Wind weht mir die Gischt ins Gesicht, die Sonne ist weg (so viel zu “eine Stunde vor Sonnenuntergang”) und mich fröstelt langsam. Gut, dann können die mich halt mal, die schwarz-weissen Schnabelträger.

Omaru nach Sonnenuntergang

Enttäuscht geh ich zurück auf den Camping, helfe mit, die Weinflasche zu leeren und das Bett zu machen. Noch kurz nach draussen zum Zähneputzen und dann halt schlafen. Doch – was ist das? Auf dem Rückweg vom Gemeinschaftsbad hör ich etwas röhren. Oder nicht? Doch? Hhmm… ist wohl ein Hund oder ein anderes Tier; das Geräusch kommt von unter der einen Camping-Hütte.

Wir kuscheln uns ins warme Duvet und gucken noch etwas TV, als es draussen wieder röhrt. Offenbar Pinguine… Vielleicht? Vielleicht auch nicht – die Viecher haben mich schon zu lange zum Narren gehalten, ich steh sicher nicht wieder auf.

Oder dann halt doch. Nach weiteren 5 Minuten und wiederhohltem Röhren geb ich nach und gucke nach.

Über die Strasse vom Camping, direkt an der Mole stolpern ein paar Pinguine unter der Strassenlampe herum! Natürlich begleitet von Touristen, aber immerhin.

Ich guck den kleinen watschelden Tieren zu und will Aeschi holen – der ist mittlerweile aber auch schon wieder aufgestaden und versucht, die Kleinen in Bild festzuhalten.

Strassenpingus

Wir gucken noch ein bisschen und schauen den Pinguinen zu, ehe wir uns wieder ins Bett verkrümeln. Für’s Protokoll: Die Tiere kommen erst um 22:30 Uhr an Land, scheren sich nen Scheiss um Menschenleere und schlafen auch auf dem Campingplatz.

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Rutschig bei Nässe

Der morgen beginnt nass, wie angekündigt.
Eine Horde Möven macht einen riesen Lärm um ein Bröchtchen, wir weniger um ein Kännchen Kaffee.

Kurz Duschen, Mathilda flott machen und einen Zmorgenort suchen. Den finden wir nach einigen Anläufen (Sonntag, Stadt, Regen) in der Vogel St Kitchen.

Dort ist der Andrang gross, wir warten 30 Minuten, was aber egal ist – draussen nieselt es immerfort.

Mit vollen Bäuchen und nach einem etwas erfolglosen Abstecher in eine nicht-mit-schweizer-Verhältnissen-vergleichbare-Waschanlage zur dringend benötigten Grundreinigung der Velos suchen wir das Downhillrennen am Signal Hill. Auch hier brauchen wir den einen oder anderen Anlauf, da der Event nicht an die grosse Glocke gehängt wurde.

Wir parken und machen uns dem Track entlang hoch in den Wald. Zum Glück gut ausgerüstet mit den Wanderschuhen, kurzen Hosen und Regenjacken sowie Schirm. Das lohnt sich, wird sich später zeigen.

Ein mehr oder weniger flaches Plätzchen zum stehen finden wir kurz vor Rennbeginn. Erst kommen die ganz jungen, dann die jungen, etwas weniger jungen und schlussendlich noch die Elite. Auf die haben wir gewartet, obwohl sich die jungen gut schlagen auf dem fiesen Track: Der ist nämlich mehr als matschig, die Steine eine Mischung zwischen Seifenstücken und Öllachen, gespickt mit Wurzeln und Dreck. Keine einfache Mission heute.

Glitsch

Das Rennen verläuft ganz gut und ist unterhaltsam, bis Wynn Masters (Fehlinformation wie sich später herausstellt, hatte auch etwas zu kurze Haare als er da unterhalb unserer Stelle lag und den Helm ab hatte. Anmk. Aeschi) stürzt und das Ganze unterbrochen wird. Es dauert eine Weile, bis der Fahrer versorgt und aus dem Wald getragen werden kann. Zuschauer werden gebeten, dabei zu helfen, eine Schneise für den Transport aus dem Dickicht zu brechen. Machen wir natürlich gern.

Später geht das Rennen dann noch weiter resp. fertig, die letzten 4 Fahren dürfen oder müssen nochmals an den Start, da sie während dem Rennunterbruch schon unterwegs waren.

u de glich no schnäu, ömu die mit de chline Startnummere

Wer genau gewonnen hat und was mit Wyn Jamie Lyall ist, wissen wir nicht – die Sozialen Medien werden’s uns morgen erzählen. (Mol mol, der Blenki dänk. Anmk. Aeschi)

Die dreckigen Sachen ausziehen, ins Auto hocken und wieder nordwärts schippern. Schliesslich sind unsere Tage hier gezählt, bald schon müssen wir uns von Mathilda und Neuseeland trennen. Bis dahin haben wir noch ein paar Sachen vor, wollen aber morgen mal wieder einen gemütlich-warmen Strandtag einlegen.

Jetzt sind wir in Omaru, wo’s offenar Pinguine geben soll. Ich glaub nicht daran, lass mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen.

Omaru bei Sonnenuntergang
T bei Sonnenuntergang (auf Reiherjagd, da keine Pingus in Sicht)
Der Reiher hat’s überstanden (T auch)
Omaru nach Sonnenuntergang

fertig Bilder 🙂

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Amazing!

Die Nacht am Fluss war einwandfrei und der Morgen grüsst mit willkommener Sonne.
Wir basteln uns ein Zmorgen und Kafi, Aeschi freudnet sich mit dem französisch sprechenden Nachbarn an. Der reist für 3 Monate alleine, seine Freundin war für 3 Wochen zu Besuch da und ist ein Genfer… Immerhin kein Schweizerdeutsch oder Züridüütsch.

Die beiden plaudern und finden heraus, dass unser Tagesziel dasselbe ist. Alexanda, haben die alle gesagt. Alexandra sei unglaublich, haben die gesagt. Nicht typisch für NZ, eher für Spanien, haben sie gesagt.

Also gehen wir hin, den Welschen im Schlepptau – der hat sich nämlich nicht mehr abwimmeln lassen.

Nach Angaben des einen Bikeshops in Queenstown soll man am besten beim lokalen Bike-Händler fragen, wo “die guten Trails” sind. Offiziell geben tut’s nämlich nur den Flat Top Hill; für alles andere sind weder eine Karte noch sonstige Infos zu finden – man munkelt da nur.

Nach 3 mal hin und her in Alexandra finden wir den einzigen noch offenen Bike-Laden, der praktischerweise gleichzeitig auch noch jegliche Art von Rasenmäher verkauft. Ist ja quasi dasselbe, oder?
Der freundliche Mann gibt bereitwillig Auskunft über den Flat Top Hill und verkauft uns eine Karte für $2.- (was hier so üblich ist – zur Trail-Unterstützung). Als wir nach den guten Trails fragen, grinst er und meinte, da dürfe er uns leider keine Karte verkaufen, da es sich um privates Land handle. Natürlich dürften wir das betreten, allerdings seien wir bei den Trails auf uns alleine gestellt. Sehr gut.

Mit Tanyel (doch, der heisst so) im Nacken prüfen wir mal die offzielle, dokumentierte Variante Flat Top Hill. Der ist, wie er heisst: Ein Hügel, der oben flach ist. Ein paar Velowege sind erkennbar, das es sich um einen waldlosen, steinigen, nicht sehr hübschen Hügel handelt.

Wir werweisen, ob es denn lustig sein kann, dort hoch und dann oben auf dem Flachen rumzufahren? Und der Aufsteig der rund 300 Höhenmeter ist in praller Sonne da bereits fast Mittag… Ausserdem sind in beide Richtungen befahrbare Trails meist nur halb so lustig zum runterdüsen… Doch lieber versuchen, die anderen Trails zu finden? Ja, genau – gute Idee – so machen wir’s.

Man tuckert wieder zurück durch das Kaff, der ungefähren Richtung nach, wir fahren bergauf und kommen tatsächlich zum Schild bezüglich privatem Land uns so. Wir sind also richtig. Aber wo sind die Trails?
Weiter hoch fahren und auf der Rückseite des Hügels nochmals gucken. Ah, ja – da sind sie ja: Viele einzelne, schmale Weglein in der Stein-und-Thymian-Strauch-Wüste.

Ob das lustig ist, weiss auch niemand. Also ausprobieren.

Zu dritt fahren wir auf der breiten Schotterpiste los. Hoch gehts, um ein paar Kurven, weiter hoch… Es ist heiss und ohne Schatten – fast wie beim Flat Top Hill. Begeistern tut’s mich noch nicht.

Aeschi stoppt an einem Gatter – aha, nicht das ganze Gebiet ist zum Betreten freigegeben. Nur der linke Teil, wir müssten aber nach Rechts, um wieder zum Auto zu kommen? Verwirrung pur, wir steigen weiter auf, bis wir’s dann aufgeben. Also zurück und wahrscheinlich unerlaubterweise in die Sperrzone über den Zaun abbiegen.
Dort hat’s wenigstens ein paar Trails, die nehmen wir.

Alexandra ist etwa wie das Wallis: Viele lose, flache Steine, viel Sonne, nicht wahnsinnig steil (das Wallis ist ja flach, Anmk. Aeschi)- der einzige Unterschied scheint mir, dass es hier statt Aprikosen einfach Thymiansträucher gibt.

T wie Trail

Kurzum: Ich find’s ganz übel hier (Aeschi weniger) und frag mich, warum alle so schwärmen von hier. Das einzige, was mich begeister hat, war der Hase, der an mir vorbeigerast ist… (beim Aufstieg wohlgemerkt. Anmk. Aeschi)

Zurück zum Auto, mit Tanyel noch etwas quatschen, umziehen, Velos anschnallen und aufbrechen nach Dunedin. Dort findet morgen ein Downhill-Rennen statt, das wir uns wahrscheinlich anschauen wollen.
Da es in Dunedin bereits etwas nieselt und einmal mehr ein fieser Wind geht, überlassen wir das Kochen den anderen und bestellen Domino’s Pizza direkt zum Camper. Das klappt – ein zweites Highlight des Tages!

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Gold Digger und 7 Meilen

Der Sommer ist definitiv zurück.
Zmorgen findet daher wiederum draussen an der Sonne statt – wir geniessen die Strahlen im Gesicht.

Heute ist unser letzter Tag in Queenstown. Die Stadt ist zwar lustig, allerdings nur für eine gewisse Zeit. Es hat brutal viele Touristen und Attraktionen, die einem nach kurzer Zeit ziemlich auf den Zeiger gehen – wie uns beispielsweise.

Ehe wir aber weiter ziehen, drehen wir noch eine Runde vom Wilson Bay Car Park am See über den 7 Mile Bike Track und über den Gold Digger-Trail hoch und wieder zurück.
Der Loop ist eigetlich einfach, für mich hat’s besonders fürs Hochpedalen ein paar lustige Stellen, die ich leider schieben muss. Im grossen Ganzen aber wirklich lustig.

T am See, wohl falsch abgebogen *chchch*

Enden tut das ganze wieder auf dem Parkplatz, der direkt am See liegt. Aeschi kühlt sich ab, wärend es Dan und ich grad mal knietief ins Wasser schaffen… Es ist schlichtweg zu kalt, um darin zu baden (finden wir)!

was wottsch, gäu ?

Hier trennen sich die Wege von Dan, the man in the van und uns: Während er eine andere Route und noch viel mehr Zeit hat, fahren wir in Richtung Alexandra, wo’s auch wieder um’s Velofahren gehen wir.

Morgen mal gucken – für heute Abend haben wir uns an einem Fluss niedergelassen, wo’s des Windes wegen grad ordentlich staubt. Wahrscheinlich gibt’s heute ein Znacht drinnen.

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Pedalen im Farnwald

Ein weiterer schöner, sonniger Tag bricht an – Zmorgen auf dem Camping, mit Müesli, Kafi, Honig-Schnitteli und allem, was man so begehrt an einem Donnerstag Morgen.

Das mit dem Park hab ich nach dem gestrigen Erfolgserlebnis etwas gesehen – wir wollen lieber den offenbar schönen Fernhill-Loop erkunden, der allerdings wieder mit Pedalen verknüpft ist.

Aeschi und ich lösen eine Halbtageskarte im Park, rollen uns etwas ein und stehen rund 30 Minuten an, um wieder hoch zu kommen… Irgendwie doof, finden wir und biegen in Richtung Loop ab.

Der Fernhill ist wunderschön! Anfangs ein Wanderweg in praller Sonne wird er später zum Farn-Wald mit Bächli, umgefallenen Bäumen, säumigen Weglein, wurzligem Untergrund – schlicht NZ pur (jedenfalls für mein Empfinden). Wir pedalen hoch – und verpassen prompt den versteckten Abzweiger zum Aussichtspunkt.

Etwas Aussicht gab’s trotzdem

Nach kurzer Evaluation zwischen Aufwand und Ertrag entscheiden wir uns, auf die Aussicht zu pfeifen und den Loop weiter zu fahren.

T steht oder fährt im Wald
Auch hier gibt^s offenbar Stäcklileger (so richtige wohl)

Dieser endet dann wieder im Bikepark. Leider ist unsere Halbtageskarte abgelaufen und der Biketag damit beendet. Auch OK find ich – zurück auf dem Camping gibt’s noch ein bisschen Velo-Service, Wäsche zusammenlegen und für mich ein Nickerchen. Eigentlich gab’s auf dem Heimweg, zwischen Park und Camping, noch 2 Bier in der Atlas-Bar, aber das ist ja eigentlich auch logisch und muss nicht speziell erwähnt werden.

Mit Dan im Schlepptau geht’s später wieder zum Essen in der Stadt – heute sind auch die beiden Jungs müde.

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Park-Tag

Der neue Tag startet sonnig und warm – der Sommer ist zurück!
Wir käfelen in kurzen Sachen und warten, bis es 11 Uhr ist. Der Queenstown Bikepark öffnet nämlich erst dann – vorher werden nur Touristen nach oben spediert, die dort eine Art Gokart fahren oder sich am Buffet bedienen wollen.

Wir rollen hin, lösen eine Tageskarte und stehen an. Das Verhältnis zwischen Nicht-Bikern und Bikern ist zu unseren Ungunsten, weshalb das Warten für uns etwas länger geht… Schlussendlich geht’s dann doch aufwärts.

Die paar blauen Tracks sind ideal zum Einrollen und Warm-werden. Für den zweiten Run schlagen die beiden Jungs eine schwarze Piste vor, die “ganz einfach” ist. Ich verlass mich drauf und folge den beiden.

Mein Verständnis von “einfach” unterscheidet sich offenbar frappant von ihrem. Ich sterbe ein paar tausend Tode, schiebe hier, fluche dort und schaffe es aber heil runter. Die beiden meinen, das sei wirklich einfach – und wir probieren’s am besten nochmal.

So geht’s dann rund den ganzen Tag und schlussendich krieg ich die schwarze Armageddon-Piste dann doch gebacken. Immer noch ein bisschen mit Schiss, aber mit wesentlich mehr gutem Gefühl als noch am morgen… Aeschi und Dan beweisen viel Geduld mit Warten und Tipps geben – mir hilft’s auf jeden Fall.

Später bin ich dann ziemlich im Eimer, so dass wir lediglich zum Znacht in die Stadt latschen wollen, um kurz etwas zu essen.
Kommen tut’s natürlich anders. Nach der leckeren Pizza schlägt Aeschi Glace oder Bier vor – oder beides. Wir entscheiden uns natürlich für letzteres und tingeln weiter in die Atlas-Bar, wo sich die ganzen Mountain Biker treffen. Es hat ein paar Berühmtheiten unter den Gästen, die Dan uns mit Fingerzeigen herauspickt – wirklich kennen tu ich ja niemanden.
Dennoch: Beim Holen der 2. Runde werd ich beim Zahlen gefragt, ob ich Einheimisch sei… Nein, leider nicht – ich krieg dennoch den etwas günstigeren Queenstown-Bewohner-Bier-Preis.

 

Atlas, mit Mc Gazza’s Rampage-Velo an der Decke, Bier bis zum …, etc.
Dämpferfeder in der Lampe; OK .. aber wer macht denn Bären an die Wand ??!

Noch ein Abstecher in die Gelateria Mrs. Ferg und ab ins Bett – ich kann mich schier auf den Beinen halten.

Unterwegs noch die entscheidende Frage für die nächste Generation:

Schule oder Park ?

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Zurück in der Stadt

Gestern noch einen gemütlichen Regenabend im Camper in Manapouri verbracht, etwas gefroren und auf wärmeres Wetter gefreut.

Heute morgen dann aufgestanden und nach dem Zmorgen langsam wieder in Richtung Queenstown aufgemacht. Weiter südwärts geht’s ja nicht mehr, da Neuseeland fertig ist – und im Norden sehen die Temperaturen vielversprechender aus. Wir tuckern los und das Thermometer steigt quasi mit jedem Kilometer!

Das wollen wir nutzen und rasten für einen Kaffeestop. Aeschi nutzt auch diese Gelegenheit und rasiert endlich… In den Weiten des verlassenen Rastplatzes wirft er die Gesichts-Wolle der letzten 4 Wochen ab.

Merci fürs Föteli, T !

Gegen Mittag erreichen wir südliche Ende vom Lake Wakatipu (an dem auch Queenstown liegt – ein elend langer, grosser See!) – und wir machen eine kleine Mittagsrast mit etwas zum Essen und Sonnenschein. Einige von uns legen sich für ein Nickerchen hin, andere Lesen… So gemütlich ist’s, wenn man das Zuhause stets mit dabei hat.

Gegen Mitte Nachmittag erreichen wir Queenstown und steuern denselben Camping an, wie beim letzten Mal. Der liegt in Spazierdistanz vom Kaff und war ganz ordli. Aeschi märtet noch etwas und schlägt kostenloses, unlimitiertes W-Lan raus – auch immer gut. Unser «alter» Platz ist noch frei, und als um die Ecke biegen, sehen wir auch unseren «alten» Nachbarn Dan, der auch wieder auf seinem früheren Platz steht. Er ist etwas überrascht, freut sich aber, uns zu sehen.

Wir starten mit einem gemütlichen Apéro und späterem Essen, tauschen uns aus und schmieden Pläne für den nächsten Tag.

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Scherwinde

Die Nacht verlief, wie angefangen: Regnerisch, windig – stürmisch. 

Wir brechen am Morgen auf und fahren zurück Richtung Invercargill. Die andere Option «Duniden» haben wir gestern noch vom Plan gestrichen; der Ort ist zu wenig attraktiv für zwei Besuche. 

Mittlerweile ist der Wind so stark, dass es uns mit Mathilda ein paar Mal schier auf die rechte Fahrbahn weht. Aeschi steuert uns sicher über Hügel und um Kurven, beide Hände stets am Steuerrad. 

In Invercargill – nach nicht ganz 2 h Gegen- und Seitenwind – freuen wir uns über ein feines Zmorgen in einem herzigen Kaffee. Die Stadt ist bekannt für ihren Einwohner Burt Monroe, der in den 60er Jahren einen noch heute gültigen Geschwindigkeitsrekord mit seinem Indian-Motorrad aufgestellt hatte; 2005 wurde der entsprechende Film «World’s fastest Indian» gedreht.

Eine der Filmszenen spielt am Oreti-Strand – und den gucken wir uns jetzt an. 
Allerdings ist heute alles andere als Strand-Wetter: Es bläst wie blöd! Innert kurzer Zeit haben wir Sand in allen Ritzen und Öffnungen, es reisst uns schier die Kameras aus den Händen und überhaupt ist’s äusserst unangenehm. Dennoch – ein paar Fotos müssen sein. 

Reifenspuren, wohl nicht mehr von Burt
Sand, in den Augen, Mund und Jackentaschen

Mit kühlen baren Füssen sitzen wir wieder im Auto und rollen wieder gegen Norden zu – südlich geht ja nicht mehr. 
Der nächste längere Halt wird sicher Queenstown sein, wir machen aber noch einen Abstecher der Küste entlang und lassen uns für heute in Manapouri nieder. Morgen soll’s dann wirklich wieder wärmer, weniger Wind und ev. sogar Sonne geben…

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Wild und schön

Immer noch kühl, aber doch schon etwas freundlicher grüsst uns der Morgen. 

Dan will zurück nach Queenstown und macht sich auf die Socken, ehe ich überhaupt weiss, wie ich heisse. 
Aeschi und ich zmörgelen gemütlich, packen Mathilda zusammen und schlagen den Weg in Richtung den Catlins ein: Am südlichen Ende der Südinsel soll’s wilde, schöne Landschaften zum Entdecken geben. 

Wir stoppen noch kurz, um unsere Vorräte aufzustocken und holpern dem Inselende entgegen. Die Landschaft ist tatsächlich wild und schön, allerdings nichts, das wir nicht schon auf der Nordinsel gesehen hätten. 
Unterwegs setzt langsam Regen ein, der Himmel verdunkelt sich wieder und als wir in Curio Bay ankommen, – dem ersten «wichtigen» Halt auf dieser Route – ist’s fertig mit freundlich und trocken. 

Wir diskutieren lange, was denn nun zu tun sei: Zurück wo wir herkommen, die Nacht hier verbringen oder nach Duniden weiterfahren? Nichts überzeugt so richtig. Duniden ist eher trümmlig, da waren wir vor 3 Jahren schon. Zurück ist insofern etwas unglücklich, als dass es morgen den ganzen Tag regnen soll – also übernachten wir auf dem Curio Bay Camping und damit am südlichsten Punkt unserer Reise – ja sogar unseres ganzen Lebens! Viel weiter geht’s nur noch in Argentinien – oder aber dann in der Antarktik.

ganz unten

Witzig an unserem heutigen Camping ist, dass die einzelnen Plätze in schilfähnlicher Umgebung eingebettet sind. Vorteil: etwas mehr Privatsphäre, Nachteil: Immer dieselbe Aussicht. 

Zum Glück haben wir noch einen Film, der zusammen mit dem Weisswein den frühen Abend abrundet. Und siehe da: Die Sonne zeigt sich doch noch! Wir ziehen uns an (inkl. Regenjacke, wer weiss…) und stolpern etwas in der Gegend herum. Das Licht, die Landschaft, das Meer und die wilden Klippen ergeben wunderschöne Bilder – ich find’s genial!

Meer
mehr Meer

Ein paar Delfine wissen nicht genau, was sie machen wollen, ein paar Surfer versuchen sich auf der Mini-Welle und ich halte Ausschau nach Pinguinen. 

Später bin ich überzeugt, dass sowohl Pinguine als auch Kiwis gar nicht existieren und man diese lediglich zwecks Tourismus anpreist… Ich lass es bleiben und freue mich über das erste von Aeschi gekochte Znacht – ein gemütlicher Abend trotz ungestümer Atmosphäre draussen.

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Keine Konfi weit und breit

Heute Samstag ist Farm Jam angesagt!

Zufälligerweise haben wir gesehen, dass rund 2 h südlich von uns der alle zwei Jahre stattfindende Bike-Event «Farm Jam» statt findet. Dan war logischerweise schon vor zwei Tagen Feuer und Flamme, weshalb wir uns in weiser Voraussicht bereits Ticket besorgt hatten. 

Statt auf dem Bike zu sein, schauen wir heute also denen zu, die’s richtig können. 

Ziemlich weit im Süden, bei Otapiri, treffen sich einige der besten BMX, Mountain Biker und Motocross-Fahrer, um etwas Spass zu haben. Es geht dabei eigentlich um gar nichts – kein Preisgeld, kein Wettbewerb, kein Podest – lediglich zusammen etwas Velo und Töff fahren…

Wir treffen kurz nach Türöffnung um 11 Uhr ein, suchen uns ein geeignetes Plätzchen, packen die Camping-Stühle aus und lassen uns zeigen, wo Bartli den Most holt. 

Teilnehmerliste mit Rang und Namen

Nach 2 h Motocross kommen die Velo-Buben dran. Viele der Namen kenne ich vom Hören-Sagen, tatsächlich erkennen würd ich keinen einzigen. Die Jungs fliegen mit ihren zwei Rädern über Sprünge, zeigen Tricks und Show-Einlagen, dass es einem kalt den Rücken runter läuft…

staun

Der Jam (engl. für Konfi) endet nach 18 Uhr, die Menge löst sich ziemlich rasch auf und wir tuckern nach Winton, wo man beim Golfplatz offenbar campen kann. 

Kann man – wir kochen, essen in der Sonne (endlich wieder etwas wärmer!) und werden von 2 etwas angeheiterten einheimischen Golfern unterhalten. 

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Winter

Der Morgen ist brutal! Was sich am Vorabend schon auf dem Thermometer abgezeichnet hat, ist eingetroffen: Es ist arschkalt! Draussen sind’s rund 7°. Jaja – schon klar, in der Schweiz ist’s kälter. Aber ihr pennt auch nicht in einem nicht isolierten Auto!

Beim Anziehen unter der Bettdecke sehe ich meinen Atem… Das mit dem Biken heute seh ich noch so überhaupt nicht plastisch. Wir entscheiden uns für einen erneuten French Toast-Versuch in der Stadt, mummeln uns ein und trotten los. Unterwegs stellen wir fest, dass es über Nacht doch ordli weit herunter geschneit hat… Kein Wunder frieren wir uns den Arsch ab!

Die Beiz ist OK, das Toast auch (hatte schon besseres) und langsam wird uns etwas wärmer. Ob der Bikepark heute wohl offen ist? Vorgestern wurde er ja um 13 Uhr wegen Feuergefahr geschlossen, am Tag darauf war er wegen zu viel Regen und Wind geschlossen… Wie sieht’s wohl heute aus? Bis 10 Uhr müssen wir uns gedulden. 

Dann aber die gute Nachricht: Bike park open! Wir futtern das Zmorgen fertig und pilgern zurück auf den Camping, umziehen, Velos nehmen und los geht’s!

Es hat gefühlt tausend asiatische Touristen, die wohl einige Minuten vor uns aus dem Tour-Bus gekrochen sind – jedenfalls ist die Schlange für Tickets elend lang. Dan und Aeschi stellen sich an, ich bewache die Bikes. Zum Glück gibt’s für Biker eine Abkürzung, womit wir doch früher als erhofft in die Gondel steigen können. 

Im Park hat’s verhältnismässig wenig Leute, was mir zu Gute kommt. Ich bin froh, wenn die Schnellen und Guten mir nicht am Arsch kleben. Aeschi und Dan leiden sich und machen die ersten paar Abfahrten mit mir. Unterwegs gibt’s immer mal wieder Tipps und Tricks, die schlussendlich dann doch helfen. 

Später fahren die grossen Jungs das krasse Zeug, ich rolle weiter auf meinen gemütlichen Trails. Unser «Mittagessen» findet dann erst um 16 Uhr statt; ich fahren noch 2 Runden und beende den Park-Tag mit einem guten Gefühl und dem einen oder anderen Fortschritt. Aeschi begleitet mich zurück zu Tildi, wo wir endlich mal unser Bike-Zeug waschen… Das Zeug stand schon fast vor Dreck!

Der Park ist bis 20 Uhr offen, weshalb sich Dan mit seinem Göppel noch etwas die Zeit vertreibt, ehe wir dann zu einem späten Znacht in die Stadt trotten – hundemüde, aber glücklich.

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Ein Regentag und quasi Winter

Es pisst. Und zwar so richtig. 

Wir stehen auf und trotten zusammen mit Dan und in Regenzeug in die Stadt – schwimmen wär einfacher. 
French Toast und Eggs Benedict sind die Wahl, leider erwischen wir nicht das beste Lokal. 

Anschliessend gibt es nicht mehr viel zu tun: Ein wenig Shoppen, ein wenig Gucken, wieder Kaffee, immer noch Regen, viele Touristen, kalt (14° und Wind), nasse Füsse, nasse Hosen… Irgendwann haben wir die Schnauze voll und trotten auf den Camping zurück. Dort hat’s noch einen Film und wenigstens Schärmen.

Nach einem etwas trümmligen Western regnet es noch mehr und keiner von uns – Dan ist unser Gast – will je wieder raus. Wir hecken also einen Plan aus: Internet kaufen, Filme herunter laden, Essen bestellen und den Rest des Abends in Mathilda verbringen! Was jetzt etwas eigenartig tönt, entpuppt sich als geniale Idee. Gekrönt wird das Ganze noch durch das kleine Öfeli, das Dan mitbringt : ) 

Wir verfolgen auch noch etwas die Tagesschau: In Nelson wurden zwei Restaurants am Meer von Wellen durchspühlt, in Auckland war die eine Uferstrasse gesperrt, es gab Überflutungen, Erdrutsche, umgefallene Bäume die Touristen am weiterkommen hinderten, etc.

Ganz Neuseeland ist irgendwie betroffen

Morgen soll’s besser werden – mal schauen.

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Die Stadt der Königin

Ein neuer Tag, erneut hohe Temperaturen. 

Wir entscheiden uns für ein mehr oder weniger frühes Aufstehen, um im Sticky Forest nochmals etwas herum zu kurven; Dan kennt den Park noch nicht und will gucken, was es gibt. 

Wir düsen los und spielen im Wald. Für mich gilt es, die beim letzten Mal ausgelassenen Baustellen nochmals genauer zu betrachten und mich diesen zu stellen. Gesagt, getan, wenn auch mit mehreren Anläufen… Naja – sonst wird man ja nie besser!

Es wird gefahren bis es hinhaut ! Also nochmal hochschleppen …
… bis es klappt

Der Sticky Forest ist eher klein und nach rund 2 Stunden haben wir’s gesehen. Ein paar Brötchen auf dem Parkplatz und zurück ins Zentrum, um doch noch etwas richtiges zu Essen. Der Wind weht einmal mehr heftig – für mich zu heftig für’s Kiten, da der 10-er Schirm für den Wind und mich doch zu gross ist. 

Beim Mittagessen schlägt Dan vor, man könnte doch einfach nach Queenstown fahren: Es ist rund 13 Uhr, die Fahrt dorthin etwas über eine Stunde – und die Lifte fahren bis 20 Uhr…
Hhhmm… verlockend. Wir überlegen, wiegen die Vor- und Nachteile ab und behalten dabei im Hinterkopf, dass der kommende Dienstag, 6.2. ein Feiertag ist. Queenstown wird am Wochenende bestimmt voll sein. 

Umso mehr Grund, Donnerstag und Freitag zum Fahren im Park zu nutzen! Los gehts weiter südwärts über steile Pässe Richtung See und Touristen-Hochburg. Kurz vor der Abfahrt reservieren wir noch 2 Camping-Plätze für 2 Nächte (sicher ist sicher). 

Statt teuer in der Stadt zu parken, nisten wir uns kurzerhand auf dem Queenstown Camping ein, der in Marschdistanz zum Zentrum steht. Umziehen, Helme und Protektoren auf und ab zur Gondel! Die Vorfreude ist bei allen gross, das Wetter perfekt, die Zeit stimmt ideal für einen 4 Stundenpass, die Schlange zum Anstehen mit Bike ist eigentlich keine… Was könnte jetzt noch schief gehen?

Ah… so sieht’s aus! Der Bikepark ist seit 13 Uhr geschlossen, aufgrund grosser Feuergefahr. Super – wir gucken dumm aus der Wäsche. 

Ächt itz ?

Nichts mit Biken; etwas ärgern tut’s mich schon. Schliesslich sind wir genau deshalb hergekommen… Hier hilft nur ein Bier in der Stadt. Später werden’s noch ein, zwei mehr, gepaart mit einem Burger vom legendären Fergburger. Die Stimmung wird etwas besser – danach aber wieder gedämpft vom einsetzenden Regen, der für morgen angekündigt ist und als intensiv zu erwarten ist. Naja – immerhin haben wir einen Platz für Mathilda und ein kuschliges Duvet.

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Another one bites the dust

Genug jetzt mit dem Hochpedalen – besonders bei diesen Temperaturen!

Wir tun, was jeder vernünftige Biker tut, wenn’s eine Gondel in der Nähe hat: Wir nutzen die Gunst des Tages und fahren nach Cardrona, wo’s einen weiteren Park gibt. 

Gesagt, getan und mit Mathilda den Eine-Million-Dollar-Camping verlassen. Die Strasse führt entlang dem Wanaka-See und ist eigentlich sehr hübsch; allerdings ist die vorherrschende Dürre und die damit verbundene hohe Feuergefahr offensichtlich: Braun löst sich mit Senfgelb und Gelb ab. 

Wir erreichen den Eingang zum Park, der am Fusse des offenbar grössten Skigebietes in Neuseeland liegt. Von dort führt eine 12 km lange Schotterpiste zum tatsächlichen Park – aber wie wir gelesen haben, gibt’s einen Shuttle, der vom Fuss zum Park fährt. Der wird ja wohl um 10 fahren, denken wir uns um 9:50 Uhr und ziehen uns um. 

Um kurz nach 10 stellen wir fest: Aha – der Shuttle geht nur einmal am Tag; und zwar um 9:30 Uhr… Uns bleibt nur die Schotterpiste, was sich als ausserordentlich mühsam und übermässig holprig herausstellt. Wir haben etwas über 30 Minuten für die nicht wirklich wahnsinnige Distanz und schaffen es dann doch noch. 

Aussteigen, Ticket lösen, losfahren, ab auf den Sessellift! Der Park ist wortwörtlich in Stein gemeisselt: Wirklich viel Erde gibt’s auf der Höhe oben nicht, es scheint vielmehr und meistens purer Granit zu sein, aus dem die Trails geschaufelt sind. Keine schlechte Idee – allerdings ist der Staub ausserordentlich fein und der Wind eher auf der starken Seite…

Da sind die Trails drin (und alles für den Wintersport)

Wir rollen so ziemlich die meisten Trails (ausser den ganz einfachen und für mich nicht unbedingt die schwarzen) und sind schlussendlich doch froh, eine Tages- und keine Halbtageskarte gelöst zu haben. 

Mit Staub in allen Ritzen – an den Velos und uns selber – machen wir uns am späteren Nachmittag wieder auf den Rückweg; schliesslich will die Rüttelstrasse auch noch gefahren werden. 

Staubig und ruppelig, dafür breit

Wir verabreden uns mit Dan, dessen Auto nun wieder flott sein sollte und treffen uns auf einem etwas günstigeren Camping direkt am See. Das wäre ein prima Vorteil, wenn nicht mittlerweile rund 16 Knoten Wind wären – der auch den Staub/Sand/ehemals-Gras-Strand durch die Gegend wehen würde. 

Ein paar Filets in die Pfanne hauen, eine Flasche Wein, Chips und Salat – und den Auto-Abendteuer des Dan Roberts lauschend verbringen wir den Abend. 

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Immer noch heiss :)

Auch die letzte Nacht war mit hohen Temperaturen gespickt, womit es auch heute morgen hiess: Früh auf’s Velo oder gar nicht. 

Wir entscheiden uns für den Deans Bank Track, der spannender wird, als erwartet. Die ersten paar km führen über offenes Feld, das bereits um 8:30 Uhr brutal warm ist… Zum Glück geht das ganze dann durch in einen kleinen Wald und wird lustig und verspielt. Da der Track ziemlich flach ist, stirbt man auch nicht beim Pedalen…

Aussicht auf das Ende vom Lake Wanaka von Deans Bank Track aus

Nach weniger als einer Stunde sind wir zurück bei Mathilda und wiederholen den Vortag: An den See schippern, Zmorgen am Seeufer, Bädelen, Sünnelen, die 36° geniessen und später innwandig kühlen….

Im Schatten auf dem Rücken liegend trocknen und dann gleich wieder in den See springen

Dan hat mittlerweile seinen Van wieder, weiss allerdings noch nicht, was kaputt ist oder wie lange die Reparatur geht. Sicher ist, dass er und wir noch ein paar Tage in Wanaka bleiben. Weil’s so heiss ist. Und so schön. Und ab Donnerstag Regen und dann später 20°C weniger angesagt ist – wir geniessen darum die abnormal hohen Grade.

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Sticky Forest

Die Nacht war angenehmer als erwartet. Allerdings sind die Prognosen auch für heute auf der heissen Seite, was uns dazu bewegt, früh Richtung Sticky Forest aufzubrechen. Warum der Bikepark so heisst, ist mir nicht klar – wahrscheinlich, weil man nach der ersten Abfahrt schon klebt?

Das Gute am Sticky ist, dass er relativ flach ist. Will heissen, dass es nicht so brutal viele Höhenmeter zu bewältigen gilt – allerdings fallen somit auch die Abfahrten kurz aus. Naja – man kann nicht alles haben. 

Die Trails sind dafür unterhaltsam und lustig, der Wald gut gemacht. Da Sonntag ist, sind wir nicht allein, aber alle scheinen genau gleich viel Ahnung von der Trailführung zu haben, wie wir…

Sticky Forest

Wir fahren ein paar blaue und ein paar schwarze Routen, einige haben übel grosse Sprünge drin, prinzipiell ist aber alles sehr trocken. Spassig und kurzweilig ist’s – aber dennoch ist’s wie beim Schlitteln: Wenn du runter fahren willst, musst du auch hoch…
Nach rund 2 h haben wir’s für heute gesehen und tuckern ans Seeufer zum Zmorgen. Auch hier ist klar erkennbar, dass Sonntag ist: Der Platz ist voller Camper, Kinder, Hunden, Touristen und Einheimischen – wir ergattern knapp noch ein Schattenplätzli. Das hausgemachte Müsli am Seeufer ist dann aber doch ziemlich unschlagbar und wir verweilen mit ein paar Abstecher ins kühle Nass am Lake Wanaka.

Lake Wanaka vom ‚Cranking Fine‘ Trail (uphill …)

Gleichzeitig erwarten wir eigentlich unseren Kumpel Dan, der unterwegs nach Wanaka ist. Er wollte sich doch melden, wenn er hier ist? Naja – wir scheppern auf den neuen Camping und machen grosse Znachtpläne mit Leckereien aus dem Frigo. 

Da meldet sich Dan: Er hatte offenbar Probleme mit dem Getriebe an seinem Van und bleibt rund 85 km vor Wanaka stecken… Zum Glück hat er einen Transport nach Wanaka gekreigt und ein Bed & Breakfast gefunden. Wir ändern unsere Essenspläne und treffen uns mit Dan im Kaff zwecks moralischem Support und Nahrungsaufnahme.  

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Hochsommer

Ciao Christchurch, ciao Deutsche Enklave mit all deinen ankommenden und abfliegenden Germanischen Campern… Wir ziehen dann mal weiter!

Wir peilen Wanaka an – der nächste Pflicht-Stop jedes NZ-Reisenden. Die Strecke zieht sich mit 5.5 h Fahrzeit ziemlich – allerdings ist dazwischen auch nicht viel zu sehen oder zu machen. Wir schunkeln mit Mathilda über Farmland, an Schafherden vorbei, durch Wälder und über viel, viel, viel Land… Vorbei an Tekapo (schon gesehen), Twizel (scheint unspektakulär) direkt nach Wanaka, wo wir am späteren Nami ankommen.

Wenn T fährt ist sie nicht abzulenken … und mir langweilig

Unterwegs machen wir uns etwas Sorgen um das gute Tildi: Plötzlich kommt keine kühle Luft aus der Klimaanlage mehr! Klar, es geht streng bergauf und wir sind seit rund 4.5 unterwegs, aber das sollte doch kein Problem sein? Aha – vielleicht liegt’s daran, dass draussen mittlerweile 35.5° herrschen! Heiliger Bimbam – damit haben weder wir noch die von der Wetterhervorsage gerechnet! Klar, dass die gute Mathilda das nicht so einfach wegsteckt…

warm

Zufälligerweise ist meine CAS-Schulfreundin Sabine mit ihrem Freund auch in Wanaka, weshalb wir uns spontan auf ein Znacht verabreden. Da unser Camping ziemlich ausserhalb liegt, leisten wir uns ein Taxi und treffen die beiden Berner im kleinen Käffchen. Viel hat’s nicht in Wanaka – aber definitiv genügend, um sich die Zeit zu vertreiben. 

Bei Bier und Pizza plaudern wir über Reisepläne, Vorhaben und das letzte CAS – und das bei immer noch unglaublichen Temperaturen. Es ist noch immer heiss (nicht warm), obwohl die Sonne längst unter gegangen ist. 

Später im Camper lassen wir auch die hintere Tür und das Schiebefenster offen, damit wenigstens das Gefühl von einer kleinen Briese aufkommt…

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Lift!

Endlich! Das erste mal, seit wir in Neuseeland sind, fahren wir in einen Bikepark, der einen Lift hat. Zwar keine Gondel, aber ein Sessellift – und der tut’s für mich allemal!

Der Christchurch Bikepark ist teil des sogenannten Adventure Parks, wo sich allerlei Sachen machen lassen, die uns nicht erheblich interessieren. Das ganze ist ein gutes Vorhaben – leider loderte im Park, der in einen Wald gebettet ist, vor rund einem Jahr ein fieser Brand, in welchem viel der Bike-Infrastruktur zerstört wurde. Uns bietet sich ein trauriges Bild von angesengten Baumstämmen über Bagger im Hang hin zu verfahrenen, ehemaligen Trails. 

Ehe wir aber überhaupt auf den Lift dürfen, müssen wir logischerweise einen Tagespass lösen (alles andere wäre sinnlos gewesen) und dafür etliche Formulare unterschreiben. Gemacht, gelöst, gezahlt – los geht’s!

Da der Park wie erwähnt ein Schatten seiner selbst ist, sind auch nur eine beschränkte Anzahl Trails offen. Wir prüfen die Optionen, entscheiden uns für eine einfache, grüne Linie zum warm werden und bereuen das umgehend. Viel zu langweilig – die nächste Abfahrt muss blau sein. 

Die offenen blauen sind etwas lustiger, schön breit und flowig. Die fahren wir mal hier, mal dort und entscheiden uns anschliessend für die dem Hügel gegenüberliegende Seite, wo’s auch noch Trails gibt. 
Um dorthin zu gelangen gilt es allerdings, eine mühsame, lange unspektakuläre Traverse zu machen… Wir sehen, dass die Locals die Abkürzung über die Teerstrasse nehmen und machen uns eine mentale Notiz davon. 

Der nächste Trail («Kama Sutra» heisst der Trail, Doppelschwarz; Anm. vom Aeschi) hat’s in sich: Es geht über Wurzeln, ist wie auch schon die anderen Abfahrten furztrocken und damit entsprechend rutschig, dazu kommt noch steil… Ich bremse viel, fluche ab und zu und steige an der Schlüsselstelle schlussendlich aus und um auf die blaue Abfahrt. Aeschi meistert den Rachen des Dämonen heldenhaft, ich für meinen Teil hab bloss Schiss um ihn… Zum Glück unbegründet.

Wir fahren noch ein, zwei mal, ehe wir dann genug haben. Bikes aufladen, umziehen, zurück auf den Camping und dort den Klassiker aus der Schweizer Küche zubereiten – Hörnli & Ghackets. Verdient haben wir’s uns, find ich.

vor lauter abenfahren keine Föttelis gemacht … also hier die Tageskarte 🙂

 

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Wiederaufbau

Gestern Abend stellten wir noch fest, dass Elo & Jönu, die ab Christchurch abfliegen, am Abend auch in der Gegend sind. Aeschi organisiert einen Campplatz für die beiden direkt neben unserem, später essen wir gemeinsam Znacht, ehe die Mücken über uns herfallen.

Heute ist’s uns zu warm fürs Bike. Wir schlafen aus, beginnen den Tag gemütlich, fahren meinetwegen mit den Velos ins nahe gelegene Quicksilver Outlet (Bikinis suchen…) und nehmen später ein Taxi in die Stadt. 

Als wir vor 3 Jahren in Christchurch waren, lag das grosse Erdbeben zwar auch schon 4 Jahre zurück (passierte im Februar 2011), allerdings war damals noch nicht viel vom Wiederaufbau zu erkennen. Man war noch beschäftigt mit Abbruch, Rückbau und vielen Diskussionen, wo denn nun die Prioritäten liegen: Bei der historischen Kirche, die es zu erhalten galt oder doch eher bei den Einwohnern, die ein Dach über dem Kopf brauchen? 
Wir waren also gespannt zu sehen, was sich in den letzten 3 Jahren getan hat. Ich bin überrascht, wie schell es dann offenbar doch vorwärts ging: Die Stadt hat ein neues Gesicht, viele neue, darunter auch grosse, internationale Läden füllen die neuen Schaufenster, Bars und Restaurants sind entstanden, Strassen werden gebaut (unter anderem eine neue Autobahn, die um die Stadt herum führt), kurzum: Es geht endlich auch sichtbar etwas in der grössten Stadt der Südinsel!

CHC Neubauten

Wir schlendern, erinnern uns, verlaufen uns und finden die herzige Strasse, in der wir vor 3 Jahren schon waren. Aus nostalgischen Gründen lassen wir uns auf einen Apéro nieder. 
Elo & Jönu fliegen morgen, d.h. wir treffen uns auf ein letztes gemeinsames NZ-Dinner in der Stadt. Dafür entscheiden wir uns für das Casa Publica, eine südamerikanisch angehauchte Beiz mit einer grosszügigen Rum-Karte und überraschend gutem Essen. 

Der Abend ist lustig und endet mit zu viel Glacé. Ab ins Bett – morgen geht’s endlich in den Bikepark!

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Vom Mars nach Christchurch

Die Sandfliegen haben wie überlebt – zum Glück ist Mathilda sehr gemütlich: Tortellini und Rotwein zum Znacht, alles drinnen mit einer offenen, durch Fliegengitter geschützter Dachluke geniessen wir den Abend.

Mein Schlaf wird durch den wirklich fiesen Weckerton von Aeschis Telefon jäh unterbrochen: 6.30 Uhr – wir wollen früh los… Etwas langsam und noch schlaftrunken fahren wir los nach Castle Hill, wo wir das Auto stehen lassen werden. Umziehen, paratmachen und los geht’s auf den “Hog’s Back” Trail resp. zu dessen Zubringer. Der führt über eine 100-er Strecke und anschliessend über Forstweg, der sich als saumässig mühsam herausstellt. Die hunderttausend kleinen Bodenwellen, die durch das Befahren der Unterhalts-Pickups entstanden sind, wollen auf den 5 km nicht enden.

T wie T im Tibet

Dann endlich: Der Trail-Einstieg! Etwas skeptisch fahren wir den Weg hoch – hier sind es dafür schmale Rinnen, in denen es zu Fahren gilt. Ich bleib ständig mit den Pedalen hängen und fluche. Ausschlafen wäre eine gute Alternative gewesen… Die Sonne scheint schon um 9 Uhr (ja, wir sind nicht ganz um 6.30 Uhr losgefahren) recht heftig.

Der höchste Punkt des Trails liegt hier auf 1050 Metern, was einen grosszügigen Ausblick über den nahegelegenen See und die iumliegenden Berge gibt. Lustig ist, dass einige der grossen Hügel oder kleinen Berge aussehen, als wären sie mit Zement begossen worden: Wie graue Pyramiden stehen sie da und geben mit dem blauen Himmel im Hintergrund einen hübschen kontrast.

Weiter geht’s dann endlich ein wenig in den Wald. Auch der ist eigenartig spannend: Viele Bäume sind mit einem hellgrün-grauen Moos überwachsen – und der Boden sieht aus, als hätte jemand eine Ladung Cornflakes verschüttet!
Nach einem doch etwasn anstrengenden Aufstieg finden wir die Aussicht nicht wahnsinnig spannend – bei der Abfahrt werden wir aber nach der ersten Kurve von einer “marsähnlichen” Landschaft überrascht. Die Steine mit den Farben in mitten dem sonst eher grünen Gebiet sehen wirklich verloren aus:

T Mars

Der Rest der Abfahrt ist mässig – nichts, das man verpasst hätte, aber dennoch den Abstecher wert.

Dusty

Wir kehren zurück zum Auto und Zmörgelen erst mal, danach geht’s wieder auf die Strasse, um nach Christchurch zu gelangen. Hier wollen wir morgen etwas im Park fahren (es hat Gondeln!!!) oder jedenfalls dem, was noch übrig geblieben ist. Leider wurde das Gebiet vor einem Jahr von einem üblen Buschfeuer heimgesucht und hat offenbar viel zerstört. Morgen wissen wir dann mehr.

Unser heutiger Camping liegt am Meer, weshalb wir vorhin noch etwas Strand und Wellen in den späteren Nachmittag gepackt haben. Kann man machen, so für einen Mittwoch.

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